Die erste Probetour

Elbradweg

Thomas (wir nennen ihn „Den Wikinger“) hatte für diesen Sommer zu einer Radtour eingeladen. Da ich die Mitreisenden recht nett fand und sowieso gerne mal mein Fahrrad testen wollte, hab ich mich natürlich für die Tour entschieden. Dazu ist zu sagen, dass ich in meinem ganzen Leben zuvor noch nie mehr als 60 km an einem Tag geschweige denn eine mehrtägige Tour gefahren bin. Vorbereitet wurde die 11-Tagestour hauptsächlich vom Wikinger, vielen dank noch mal dafür!

Tag 0 – Die Tour beginnt

Am 11.08. ging es früh zeitig aus dem Bett, denn wir wollten mit der Regionalbahn bis nach Cuxhaven und noch im hellen unser Zelt aufbauen. Auf dem Chemnitzer Hauptbahnhof konnte ich die drei anderen (Andi kam wegen einer Prüfung erst später dazu) begrüßen und so ging es auf den 10-stündigen Zugtrip. Dazu muss ich sagen, dass ich äußerst gerne Zug fahre und es mir deshalb auch nichts ausmacht, länger Strecken zu fahren. Als etwas nervig gestalteten sich allerdings die Gleiswechsel, da wir mit unseren vollgepackten Fahrrädern, inklusive eines Anhängers, doch etwas länger brauchten als erwartet. Die Drahtesel hatten doch ein enormes Gewicht und die Treppen viele Stufen.

Mein persönliches Highlight der Zugfahrt war das Gespräch mit einem anderen Stahlrahmenbesitzer (mein erstes überhaupt^^), der sogar genau wie ich einen INTEC-Rahmen fuhr. Der gute Mann konnte mir einige Informationen zu seiner Fahrradphilosophie vermitteln, was mir durchaus weiterhalf. Besonders den Bereich des Lenkers, inklusive der Griffe werde ich wohl noch einmal überdenken. Die Sitzposition war mir ohnehin schon vorher nicht aufrecht genug.

Für alle die einmal METRONOM fahren sollten, möchte ich hiermit eine Warnung aussprechen: IN DIESEN ZÜGEN IST DER GENUSS VON ALKOHOL UNTERSAGT! Sieht man von diesen Unannehmlichkeiten ab, lässt es sich in den Zugabteilen, sofern sie leer sind, hervorragend Skat spielen.

Gegen 18:30 Uhr erreichten wir dann auch Cuxhaven. Schnell konnten wir einen Zeltplatz ausfindig machen, der in der Nähe der Nordsee lag. Kaum dort angekommen, fing es auch schon an zu regnen! Klasse! Die Zelte wurden in den Regenpausen aufgebaut und das Essen vorbereitet. Nun stellt sich noch eine Frage: Wo bekommt man 20 Uhr an einem Sonntagabend noch ein paar Bierchen her? Der Platzwart wusste auszuhelfen und so folgte ich Ihm auf meinem Fahrrad zu seinem Haus, während er mit dem Auto vorn weg fuhr. Aus seiner Garage zauberte er ein paar Fläschchen zu einem fairen Preis. Vielen Dank dafür! Das Bierproblem an sich sollte uns aber während der ganzen Fahrt begleiten.

Bild 1

Tag 1 – Schlafen neben den Schiffen

Am nächsten morgen sollte es dann also mit der Tour richtig losgehen (Morgens hieß für uns im übrigen eher Mittag. Wir waren auch meist die letzten, die auf dem Zeltplatz aufbrachen, aber auch die letzten waren, die abends ankamen. Studenten halt! ). Schnell gab es den ersten Defekt und der von Thomas (wir nun ihn „Den Seemann“) selbstgebaute Anhänger benötigte noch auf dem Campingplatz eine neue Schraube für die Kupplung. Nachdem der Platzwart dankenswerterweise aushalf und wir noch einen Baumarkt besuchten, konnten wir endlich starten. Unser erster Weg führte uns an die Nordsee. Hier geht er also los, der Elberadweg, mit „Kilometer 0“.

Die erste Etappe war fahrtechnisch ein Traum, der Rückenwind ließ uns mit 30 h/km über das platte Land düsen und wir wurden nur von den Gattern abgebremst, die direkt an der Elbe Kühe von Schafen trennten. Schon am ersten Tag sollte sich allerdings herausstellen, dass der Elberadweg seinen Namen nicht unbedingt verdient, denn ein großer Teil der Strecke war eher im Landesinnern als an der Elbe selbst. Vom Rückenwind getrieben entschieden wir uns am planmäßigen Campingplatz vorbei zu fahren und in Stade zu campen. Mit entsetzen mussten wir feststellen, dass es aber in eben jenem Stade keinen Campingplatz gab. Nach dem wir auch noch von einem Parkplatz für Campingwagen geflogen sind, entschieden wir uns weiterzufahren. Einen Campingplatz sollten wir leider nicht mehr finden und so ließen wir uns kurz vor Einbruch der Dunkelheit direkt neben der Elbe nieder. 108 km also gleich zum Anfang und wir hatten teilweise aufgrund der Irrfahrt und einsetzenden Regen die Nase schon voll. Schnell besserte die sich aber nach einem warmen Essen und den großen Schiffen, die die Elbe vor unseren Augen passierten, wieder auf. Schon beeindruckend, wie viele Ozeanriesen die Elbe passieren

Bild 2
Der Wikinger und der Seemann mit der Nordsee im Hintergrund
Bild 3
Nacht an der Elbe und wir bauen die Zelte auf

Tag 2 – „Fahrt immer die Straße entlang, bis sie endet und dort Stehen dann noch andere Radler wie ihr, die auch keine Ahnung haben, wo sie hinsollen.“

In Twielenfleth war es am morgen ziemlich kalt und ich musste erst einmal ein paar Schritte laufen um auf Temperatur zu kommen. Mit der steigenden Sonne wurde es dann aber nach und nach besser. Auf dem Rad war dann wieder alles schick und wir rollten gemütlich gen Hamburg. Dort angekommen übertraf sich die bislang schon schlechte Ausschilderung des Elberadwegs noch einmal selbst. Sicherlich hatten wir bis Hamburg ein Drittel der Strecke nicht auf dem Elberadweg verbracht, da wir selbigen immer wieder verloren hatten. In Hamburg mussten wir dann die Elbseite in Finkenwerder wechseln. Beim versuch die Faire zu finden, begegneten uns noch andere umherirrende Reiseradler, die auch keine Ahnung hatten wo sie denn hin müssen. Wir sollten sie aber alle auf der überfüllten Faire wiedersehen. Der schwimmende Untersatz war eine Linienfaire und steuerte mehrere Häfen an. Am ersten Hafen auf der anderen Elbseite stiegen wir dann auch gleich aus. Leider schien der Kapitän der Nussschale es etwas eilig zu haben und so wollte er die Zugbrücke noch bevor sich die letzten von uns mit dem Fahrrad durch das Gewühle durchkämpfen konnten bereits wieder hochziehen. Bei mir tat er es dann auch, während ich auf selbiger stand. Zum Glück bemerkte er seinen Fehler noch und ich konnte die Faire verlassen, allerdings nicht ohne einige unfreundliche Worte des Kapitäns zu ernten.

Entlohnt wurden wir für die Strapazen mit einem herrlichen Blick auf den Hamburger Hafen und einem leckeren Mittagessen. Dann ging es weiter durch die Metropole, doch vom Elbradweg fehlte jede Spur. Wie so oft konnten uns Einheimische weiterhelfen. O-Ton eines älteren Fahrradfahrers: „Fahrt immer die Straße entlang, bis sie endet und dort stehen dann noch andere Radler mit Gepäck, die auch keine Ahnung haben, wo sie hinsollen.“ Anders als erwartet haben wir dann doch recht schnell aus der Millionenstadt herausgefunden und konnten den Weg auf Landwirtschaftsstraßen fortsetzen. Am Abend dann die Ankunft in Drage – Essen gemacht und noch ein paar Bier kurz vor Ladenschluss besorgt.

Bild 4
Nach dem Frühstück wird ausgeruht und der Seemann steht in der Kälte kurzärmlig da – Irre!

Nach dem Frühstück wird ausgeruht und der Seemann steht in der Kälte kurzärmlig da – Irre!

Bild 5
Gruppenfoto am Hamburger Hafen: Ulle, der Wikinger, ich, der Seemann

Tag 3 – Endlich zu fünft

Am 3. Tag sollte endlich Andi zu uns stoßen. Deswegen haben wir auch tagsüber telefonischen Kontakt zueinander gehalten. Vorgenommen hatten wir uns für den Tag 110-120 km, nachdem wir morgens für uns relativ zeitig gegen 11 Uhr losgekommen waren. Wie es dann immer so ist, wurde aus dem ehrgeizigen Plan nichts, da es einige Steile Anstiege, mitunter auf Waldwegen, an diesem Tag gab. Wohlgemerkt haben wir uns zu dem Zeitpunkt tatsächlich auf dem Elberadweg befunden! Noch abenteuerlicher wurde es kurz vor Hitzacker, als auf einmal ein umgestürzter Baum auf dem Elbradweg lag! Das Prachtexemplar schien dort zu unserer Verwunderung allerdings schon einige Jahre zu verweilen. Und er lag da nicht alleine, wie sich schnell herausstellen sollte. Nach ca. 12 Bäumen, über die wir unsere Räder mit vollem Gepäck drüber heben oder drunter durchquetschen durften, begegnete uns ein schweißüberströmtes Pärchen mit gut beladenen Rädern. Wir informierten uns gegenseitig, dass wir ungefähr noch einmal so viele Bäume zu passieren hätten und verabschiedeten uns. Nach den angesprochenen restlichen Bäumen waren wir plötzlich in Hitzacker.

Die ungewollte Einlage hatte zwar viel Spaß gemacht und wir überlegen uns die Strecke als gruppenbildende Maßnahme für Unternehmensführungen anzubieten, aber sie hat auch Zeit gekostet. Also planten wir um und entschlossen uns dafür, nun doch Andi direkt vom Bahnhof in Dannenberg abzuholen. Das klappte auch prima, denn wir waren gerade einmal 8 Minuten vor ihm da. Direkt hinter dem Bahnhof liegt im Übrigen die Verladestation der Castore, die hier vom Zug auf die LKW’s verladen werden, wenn es mal wieder einen Castortransport nach Gorleben gibt. Der Anhänger von Thomas dem Seemann konnte am Abend noch zeigen, dass es sich gelohnt hatte ihn über all die Stämme hinweg zu heben und so konnte auf dem guten Stück noch eine Kiste Bier ranorganisiert werden.

Dies war der erste Baum…
Dies war der erste Baum…
…und der zweite folgt sogleich
…und der zweite folgt sogleich

Tag 4 – Hallo Freiberg

Ein absolutes Lob möchte ich noch für den Campingplatz in Dannenberg aussprechen. Dieser ist mit 5€ pro Person spotbillig und am nächsten Morgen konnten wir sogar noch das Freibad und das Trampolin nutzen. Absolut großartig! Die heutige Strecke führte uns durch eine relativ menschenleere Gegend und von Niedersachsen nach Sachsen-Anhalt. Viele Landwirtschaftsstraßen und LPG-Wege galt es zu nehmen und plötzlich war der Elberadweg nur noch eine knarrende Brück und ein wenig nieder getrampeltes Gras. Dementsprechend wenige Radler sahen wir auch tagsüber. Am Abend dann aber in Abbendorf die Überraschung. Zum ersten Mal waren auf einem Campingplatz, der eigentlich gar keiner war, auch andere Radler. Zwei kamen aus Freiberg und sind nur eine halbe Stunde vor Andi dort aufgebrochen und dann von Magdeburg aus in den Norden gefahren. Sie berichteten von viel Gegenwind. Also alles richtig gemacht, dass wir vom Norden aus gefahren sind. 😉

Auf dem „Campingplatz“

Der Wikinger musste große Teile der Strecke einhändig auf dem Rad fahren, da er sich vor dem Urlaub die Hand gebrochen hatte
Der Wikinger musste große Teile der Strecke einhändig auf dem Rad fahren, da er sich vor dem Urlaub die Hand gebrochen hatte
Der Elberadweg =)
Der Elberadweg =)
Im Windschatten fährt es sich angenehmer
Im Windschatten fährt es sich angenehmer

Tag 5 – Von aufgerissenen Wegen und Rückenschmerzen

Die Etappe von Abbendorf nach Bertingen war die vielleicht am wenigsten befahrene. Kaum das wir überhaupt andere Radfahrer zu Gesicht bekamen. Auch der Weg wurde immer unwirklicher und das lag nicht nur an der Flut, deren Spuren noch deutlich zu erkennen waren. In einem Waldstück gab es dicht aufgereihte Getreideähren an denen man sehen konnte wie hoch die Flut hier gestanden haben muss. Dann plötzlich ein Loch im Elberadweg, der hier wie so oft auf einem Deich verlief. Vermutlich wurde der Deich an der Stelle künstlich aufgerissen, um dem Wasser eine Ablaufmöglichkeit zu bieten. Wenig später kam dann noch ein Stück bei dem der Weg gänzlich weggespült wurde, schon beeindruckend was für eine Macht die Natur hat. Erst ab Tangermünde wurde der Weg dann wieder besser und wir konnten einige Meter machen. Die Stadt selbst ist im Übrigen sehr schön und die roten Backsteinhäuser sind definitiv einen Besuch wert.

Der Wikinger hatte heute aufgrund der schlechten Streckenbedingungen mit seinen jeden Tag stärkerer werdenden Rückenschmerzen zu kämpfen. Gerade bei unebener Strecke muss er aufgrund des gebrochenen Fingers einhändig fahren.

Aufgerissener Deich mitten auf dem Elberadweg
Aufgerissener Deich mitten auf dem Elberadweg
Ein typisches Bild zur Mittagszeit. Ulle wusste diese mit seinem Humor zu versüßen.
Ein typisches Bild zur Mittagszeit. Ulle wusste diese mit seinem Humor zu versüßen.

Tag 6 – Die Königsetappe

Tag 6 brachte uns die längste Etappe, bloß wussten wir das am morgen selbst noch nicht. Wir kamen jedenfalls so früh los wie noch nie (9:30 Uhr), da es Samstag war und wir unbedingt in Magdeburg noch einen Bioladen aufsuchen wollten. Unsere Vorräte neigten sich nämlich dem Ende entgegen und die meisten Nester, durch die wir kamen, hatten keinen Bioladen. Bevor es soweit war, haben wir uns aber natürlich stilecht verfahren. Das vielgescholtene Garmin des Wikingers konnte uns aber gute Dienste erweisen. Vor Magdeburg kam noch ein absolutes Highlight: Wir erklommen mit unseren Rädern einen ziemlich hohen Deich und wie sich herausstellte war das gar kein Deich, sondern der Mittel-Land-Kanal, der über der Landschaft thronte. Doch damit nicht genug, selbiger ging auch noch direkt über die Elbe. Ein wirklich beeindruckender Anblick. Kurz vor Magdeburg erhöhte sich der Anteil der Radfahrer auf dem Elberadweg auch erstmals seit Cuxhaven merklich. So hatten wir uns den Elberadweg vorgestellt.

In Magdeburg haben wir dann wie erwähnt einen Bioladen aufgesucht und noch einmal vor dem Hundertwasserhaus posiert, bevor wir dann, sehr gut in der Zeit liegend, weiter fuhren. Der Zielort war nach über 118 km Aken. Die zurückgelegte Distanz hatte uns dabei selbst ein wenig überrascht. Der Campingplatz war der mit Abstand mückenreichste der ganzen Tour und man konnte fast verrückt werden vor lauter Stechinsekten.

Am Abend sind wir dann noch aufs Dorffest, besonders schön war es allerdings nicht.

Der Mittellandkanal überquert kurz vor Magdeburg die Elbe
Der Mittellandkanal überquert kurz vor Magdeburg die Elbe
Ulle schützt sich vor den Mücken
Ulle schützt sich vor den Mücken

Tag 7 – Kiss the girl

Heute war ein vergleichsweise unspektakulärer Tag. Wir kamen wie immer an einer Menge gut tragender Obstbäume vorbei und aßen auch wie jeden Tag reichlich davon.

In Lutherstadt Wittenberg gönnten wir uns dann eine kleine Bierpause. Das Bier kostet hier 3,50€! Unverschämt! Aber was man nicht alles macht, wenn man im Urlaub ist und es sollte sich lohnen, denn am Nachbartisch wurde feinstes Theater geboten. Zwei Mittdreißiger saßen dort bei einem Date und die junge Dame wollte so eindeutig einen Kuss von dem jungen Mann, doch der traute sich einfach nicht. Die Frau lehnte sich zu ihm und kippelte sogar noch zusätzlich nach vorne, aber nichts. Es war zum verrückt werden. Ich dachte mir nur „Kiss the girl“, doch alles was er fertig brachte, war ein Kuss auf die Wange. Sei es drum. Ich denke es wird schon trotzdem geklappt haben. Nach dem überlangen Stopp mussten wir doch noch einige Kilometer zurücklegen, so dass der Zeltaufbau erst mit der Dämmerung erfolgte. Dafür gabs dann erstmalig eine Küche, in der wir das Abendbrot zubereiten konnten, nachdem wir bis dato immer mit unseren Kochern gearbeitet hatten.

Karte der Elbe in Wittenberg
Karte der Elbe in Wittenberg

Bild 16

Tag 8 – Zurück in Sachsen

Von Klöden nach Strehla gab es dann wirklich keine besonderen Vorkommnisse. Wir waren wie immer die letzten die ihr Zelt zusammengepackt hatten, waren aber auch wie immer knapp vor dem Regen fertig mit dem abbauen. Wenn ich von Regen spreche meine ich kleine Schauerchen, denn das Wetter an sich war durchgängig gut.

Auch der Campingplatz in Strehla wusste wieder durch ein Freibad zu gefallen und so blieben wir dort, obwohl wir eigentlich noch bis hinter Riesa kommen wollten.

Tag 9 – Das Ziel rückt in greifbare Nähe

Von Strehla aus rollten wir gemütliche 8 km nach Riesa, um in der Teigwarenfabrik erst einmal Mittag zu essen und anschließend noch die verschiedensten Nudelsorten zu bestaunen. Es war wirklich erstaunlich was es für riesige Nudeln gab.

Reichlich spät ging es dann von Riesa los und wir hatten schon Zweifel, ob wir überhaupt über Dresden hinauskommen würden an diesem Tag. Doch die hervorragenden Streckenbedingungen spielten uns in die Karten. Da war er nun – der Elberadweg, so wie wir ihn uns vorgestellt hatten. Entlang der Elbe, gut ausgeschildert und nicht mehr auf Landstraßen. Wir kamen also sehr gut voran und erlaubten uns auch noch weitere Zwischenstopps in Meißen und für ein Bier/ zweites Mittagessen in Dresden. Dort holte uns auch noch ein Touristenschiff ein, welches wir in Riesa hinter uns gelassen hatten.

Nach Dresden gab es dann jede Menge Fahrradfahrer, Inlineskater, Jogger und Fußgänger auf dem Elberadweg. Das sicherlich bestbesuchteste Stück, an dem wir auf unserer Tour vorbeikamen. Auf diesem Stück fuhren wir bis Pirna dann auch voll Pulle, da wir ja dort eh übernachten wollten und es schon spät war.

Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, und so entschlossen wir uns doch noch bis Königsstein durchzufahren. Es war die vollkommen richtige Entscheidung und so konnten wir nahezu allein auf der Straße durch das Elbsandsteingebirge fahren. Wirklich sehr beeindruckend. Ziemlich fertig von dem langen Tag kamen wir also auf dem völlig überfüllten Zeltplatz in Königstein an. Die Zelte quetschten wir noch zwischen die bereits stehenden, aber nicht ohne uns den Unmut der Zeltnachbarn einzuhandeln. Aufgrund der Dunkelheit habe ich es später sogar noch fertig gebracht das baugleiche Nachbarzelt zu öffnen. Den Irrtum bemerkte ich beim Anblick eines Rentners mit seinen beiden Enkeln. Na ja, verletzt wurde niemand.

Abklatschen mit Thomas
Abklatschen mit Thomas

Tschechien wir kommen

Am nächsten morgen brachten wir es nicht nur wie üblich als letzte die Zelte zusammenzupacken. Nein! Die ersten haben ihr Zelt sogar schon wieder aufgebaut, während wir lostingelten. Es war aber auch egal, denn bis zur Grenze fehlten nur noch 20 km. Wir genossen noch einmal die Landschaft und da war er dann der Grenzstein, nach 900,5 km. Meine erste Radtour und alles hatte so gut geklappt, das Rad hat super durchgehalten und nicht einmal der Arsch hat gezwickt, womit ich absolut gerechnet hatte. Wir ließen die Tour im ersten tschechischen Dorf nach der Grenze noch einmal Revue passieren und tranken dabei das ein oder andere Bierchen, um dann mit dem Zug zurückzufahren. Andi der Oblatenjunkie sorgte dafür, dass wir fast noch den Zug verpassten, da er sich unbedingt noch mit den Dingern eindecken wollte. Hat aber alles geklappt. Die Zugbegleiterin hat Thomas noch darauf hingewiesen, dass er seit 4 Monaten mit einem ungültigen Semesterticket durch die Gegend gondelt, da er es noch nicht hat umstempeln lassen.

So ging dann also die wirklich sehr schöne Tour zu Ende – und es wird nicht die letzte sei

Die letzen Meter
Die letzen Meter
Durch das Hochwasser ist sogar der Sparkassenautomat in einem LKW untergebracht
Durch das Hochwasser ist sogar der Sparkassenautomat in einem LKW untergebracht
Geschafft!!! Wir sind an der Tschechischen Grenze
Geschafft!!! Wir sind an der Tschechischen Grenze

Die einzelnen Tage:

  • So 11.08.   5,0 km Cuxhaven Bhf – Zeltplatz
  • Mo 12.08. 108,3 km Cux – Twielenfleth
  • Di 13.08.  83,2 km Tw. – Hamburg – Stove/Drage
  • Mi 14.08.  91,1 km St./D. – Dannenberg
  • Do 15.08.  96,6 km Da. – Abbendorf
  • Fr 16.08.  99,7 km Ab. – Bertingen
  • Sa 17.08. 118,0 km Be. – Magdeburg – Aken
  • So 18.08.  84,6 km Aken – Klöden
  • Mo 19.08.  83,7 km Kl. – Strehla
  • Di 20.08. 110,3 km St. – Dresden – Königstein
  • Mi 21.08.  20,0 km Kö. – Grenze

Insgesamt: 900,5 km

(das ist ca. ein Zehntel der Chinastrecke- seltsamer, seltsamer Gedanke!)

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