Zu Hause

Nun also noch eine letzte Meldung von uns.

9./10.3.

Unsere letzten Kilometer der Reise sollten wir also in Ho Chi Minh Stadt auf dem Weg zum Flughafen zurücklegen. Für Jule und mich waren es die anspruchvollsten Kilometer unserer gesamten Tour. Auf den Straßen herrschte ein unglaubliches Gewusel an motorisierten Zweirädern und alle bahnten sich ihren Weg ohne dabei einmal anzuhalten. Auch wir haben uns schnell daran gewöhnt, nicht zu schauen was hinter uns passiert, sondern nur auf dem Verkehr vor uns zu achten. Nach Zwischenstops für eine letzte Kokosnuss und einen letzten Zuckerrohrsaft sind wir am Flughafen angekommen. Dort waren wir viel zu zeitig, konnten uns aber schnell mit einem chinesischen Reiseradler anfreunden und kurz darauf tauchte gar noch ein zweiter Chinese mit Rad auf, der doch tatsächlich gerade nach Ho Chi Minh City geflogen war, um von dort nach Shanghai zu radeln. Sozusagen also unsere letzte Etappe für uns zu fahren =) Dem zweiten Chinesen haben wir dann eine Reparaturhülse für seine gebrochenen Zeltstangen abgegeben. Er war überglücklich und auch wir mussten viel lachen, weil er nun doch tatsächlich mit einer Art Staffelstab von uns nach Shanghai unterwegs ist =)

Dann haben wir unser Fahrrad noch grob verpackt, aber nicht wirklich gut. Mit bissel Schiss um unsere Räder sind wir dann in den Flieger gestiegen, der uns mit umsteigen in Dubai nach Frankfurt am Main gebracht hat. Schon im Flieger konnte ich erfahren, was es heißt, wieder in unserer westlichen Welt anzukommen. In den nächsten 8 Stunden saß ich neben einem Mann, der mich nicht einmal eines Blickes gewürdigt hatte, als er sich neben mich setzte. Kurz sehnte ich mich nach der Herzlichkeit der Menschen zurück, denen wir begegnet waren, doch dann hob die Maschine ab.

Es war wieder sehr imposant diese Welt von oben zu sehen. Dieses Mal konnten wir auch Teile unserer Strecke mitverfolgen, die wir im vergangenen halben Jahr abgeradelt sind. Einfach unbeschreiblich, wenn 10.000m unter einem lauter schöne Erinnerungen liegen. Da sind die tollen Tage mit den anderen Reisenden in Trabzon oder Elif und ihr Mann die uns in Gerze so herzlich aufgenommen haben. Und dann kommt die Landung in Frankfurt und die Reise ist vorbei.

Am Flughafen wurde Jule von ihrem Freund Jules abgeholt und gemeinsam haben wir in Offenbach beim Couchsurfer Daniel unsere erste Nacht in Deutschland verbracht. Vielen Dank Daniel für deine Gastfreundschaft und die leckere Suppe! Daniel hatte auch eine große Bananenpflanze bei sich, was uns den Abschied von Südostasien etwas einfacher machte.

11.3.

Mit dem Zug ging es heute für uns nach Freiberg. Wie Deutschland so aussieht wisst ihr ja, das muss ich euch nicht aufschreiben, deswegen springen wir gleich nach Freiberg. Dort sind wir pünktlich 18:45 Uhr eingetrudelt und wurden phänomenal in Empfang genommen. Bevor wir all die lieben Menschen in die Arme schließen konnten, mussten wir noch schnell den Fotografen bei Seite schieben, der sich einfach vordrängeln wollte. Sittenstrolch!^^ Auf dem Freiberger Obermarkt wurde dann noch viel erzählt und gelacht und schließlich sind wir noch in die Studikneipe „Abgang“ (früher „Teufel“) gegangen, wo die Idee der Radtour 4 Jahre zuvor geboren wurde. Neue Pläne wurden aber nicht mehr geschmiedet. Vielen Dank an alle die zum Empfang da waren.

Abschließend wollen wir uns bei allen bedanken, die uns auf unserer „Langen Meile“ begleitet haben. Egal ob auf der Strecke oder von Zuhause aus. Es war großartig zu wissen, dass da Menschen sind, die an uns glauben und uns unterstützen. Besonders bei unseren Familien wollen wir uns bedanken, für die es teilweise ja sehr schwer war, dass wir uns auf die große Tour begeben haben.

Ich werde vermutlich auch ein paar Bildervorträge über unsere Tour halten. Die genauen Termine werden wir auf der Homepage dann veröffentlichen. Ansonsten wird es hier vermutlich nicht mehr viel Neues zu lesen gaben. Wir können uns aber jetzt mal selbst durchlesen, was wir so gemacht haben in den letzten Monaten.

Na dann Tschüss!

Chris

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Ein Gedanke zu „Zu Hause“

  1. Riesige Aktion. Tolle Berichte. Mag diese anschauliche und lebendige Art zu schreiben, sehr! Fotos würde ich gern ich noch gucken. Probleme mit google, die ich nicht brauche (möchte denen eigentlich nicht alle meine Daten auch noch überlassen). Herzliche Grüße.

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