Alltag

Zwischen schreiben des Artikels und dem hochladen liegen 50 Tage. Wundert euch also nicht, wenn der Alltag noch an die Türkei angepasst ist.

Schon lange hab ich einen Alltagsartikel geplant, aber nun ist es soweit. 🙂

Endlich kommen auch mal die kleinen Dinge zur Ansprache, die sonst hinten runter fallen und in einem Reisebericht halt auch nichts verloren haben. Aber gerade die kleinen Dinge, die für uns eben alltäglich sind, sollen hier auch einmal erwähnt werden.

Beginnen wir nun also den Tag. In der Regel stehen wir zusammen mit der Sonne auf. Der Erste bin dabei meistens ich (Christian). Nachdem sich alle aus ihrem Schlafsack rausgepellt haben, gibt es Frühstück. Jule macht für sich und Marcel einen Kaffee und ich decke den „Tisch“ (packe den Inhalt meiner großen Ortlieb-Tasche aus). Wir präferieren für das Frühstück Ekmek (türkisch für Brot). Auf das Ekmek gibt es dann Marmelade, Schokocremé, Honig, Tahin, Käse, Haselnussbutter oder Tomatenaufstrich. Gerne werden die Sachen von Marcel und Jule auch miteinander kombiniert. Manchmal gibt es zum Frühstück auch noch die Reste vom letzten Abend. Nach dem Essen wird dann der ganze Krempel zusammengepackt und das Zelt (sofern es aufgebaut wurde) abgebaut. Anschließend werden auch noch mal die Wasserflaschen aufgefüllt mit Leitungswasser, oder gekauftem Wasser. Vom Aufstehen bis zum Po auf den Sattel heben vergehen hierbei sicherlich 2 Stunden. Euch erscheint das recht lang? Uns auch! Aber wir haben aaber keine Ahnung, wo die Zeit morgens liegen bleibt und wie wir schneller werden könnten.

Geht es dann endlich los (meist zwischen 8:30-10:30 Uhr), verabschieden wir uns herzlichst von unseren Gastgebern, so wir denn welche hatten, und machen noch ein gemeinsames Foto. Auf den ersten Tageskilometern habe ich dann meistens stark zu kämpfen, ehe meine Beine das tun was ich will. Kommt dann auch noch ein steiler Berg gleich in der Anfangsphase, fahren mir Jule und Marcel gleich davon. Besonders Marcel schießt die Berge geradezu hinauf, außer wenn es zu steil wird, dann hält er sich an das Motto: „Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt!“ Generell fahren wir eigentlich immer als Gruppe, nur an Bergen fährt jeder in seinem eigenen Tempo. In regelmäßigrn Abständen wird dann aufeinander gewartet.

Nach etwas mehr als einer Stunde radeln wird die erste Kekspause eingelegt. Generell machen wir ca. aller 60-90 Minuten eine Kekspause, um Energie nachzuschieben.

Die Mittagspause folgt dann zwischen 12:30-14:30 Uhr. Hier gibt es an sich das gleiche wie schon zum Frühstück, nur mit dem Unterschied, dass mit Hilfe von verschiedenem Gemüse von Jule und Marcel häufig Burger hergestellt werden. Christian hingegen trinkt gerne mal ein Pausenbier, vor allem wenn es warm und anstrengend ist. Nach etwas mehr als einer Stunde machen wir uns dann wieder auf den Weg.

Sofern die Etappe flach ist, fahren wir auch die ganze Zeit im Windschatten und wechseln uns dabei ca. aller 8km ab. Klar sollte man das eigentlich öfters machen, aber wenn man vorne im Wind ist, ist die Motivation auch immer besonders groß. 🙂

Nachmittags werden in der Regel dann auch wieder die Vorräte an irgendeinem dieser zahllosen kleinen Lädchen aufgefüllt. Es wird Wasser, Bier, Brot und anderer Kram gekauft. Bezahlen tun im Übrigen meist Jule oder Marcel, da sie gebührenfrei über die DKB abheben können.

Nach etwas mehr als 5 Stunden auf unseren Drahteseln suchen wir aufgrund der einbrechenden Dunkelheit eine Unterkunft. Sind wir in großen Städten, dann nutzen wir Couchsurfing oder Hotels. Lieber aber befinden wir uns in kleinen Dörfern, wo wir meist gleich beim ersten Haus anfragen, ob wir unser Zelt im Garten aufstellen dürfen. Fast immer dürfen wir das auch oder werden sogar hereingebeten und bekommen etwas zum Abendbrot sowie Cay (Türkischer Tee) angeboten. Diese Angebote werden im Übrigen mit Nachdruck ausgesprochen und lassen sich kaum ablehnen, was wir ja in der Regel auch nicht wollen, da wir gern in den Kontakt mit Menschen kommen. 🙂

Für den Fall das wir selber kochen, machen wir uns meist einen Gemüsepamps, mit dem was eben da ist und als Beilage gibt es Nudeln, Reis, Linsen oder Couscous. Unsere Küchenchefin ist dabei meist die Jule und Marcel und ich sind die Schnippler.

Vor dem Essen wird aber noch das Zelt aufgebaut und ich trinke ein Feierabendbierchen (EFES). Jule hingegen präferiert Tuborg. Weitere Sorten gibt es in der Türkei auch kaum und auch Marcel, hat hier noch kein alkoholfreies Bierchen bekommen.

Nach dem Essen wird dann noch ein Skat geklopft, Tagebuch, Homepagebericht und SMS geschrieben oder, sofern vorhanden, mit den Gastgebenden gequatscht. Sind wir bei Couchsurfern, können wir Gespräche führen die in die Tiefe gehen. Sind wir allerdings bei der Landbevölkerung zu Gast bleibt das Gespräch, aufgrund der Sprachbarriere eher oberflächlich, aber nicht minder Interesant. In diesen Fällen versuchen wir uns mit dem Point-It, einer Vokabelliste, digitalen Übersetzern sowie Händen und Füssen weiterzuhelfen. Auch Familienfotos kommen immer gut an, da dass die Leute interessiert.

Nach einem anstrengenden Radeltag, bei dem wir immer so zwischen 60 und 100 Kilometer radeln (neuerdings auch mehr), brauchen wir auch eine gute Mütze voll Schlaf. Am meisten davon braucht Marcel, der nicht nur als letzter aufsteht, sondern auch als erster ins Bett geht. Schlafen gehen heißt für uns im Übrigen zwischen 20-1 Uhr anfangen zu ratzen. Die Zeiten variieren je nach Unterkunft und dem verfügbaren Licht sehr stark. Heut sind wir z.B. mal wieder im Zelt, weswegen keiner länger als 21:30 Uhr aufbleibt.

An sich ist damit auch ein ganz gewöhnlicher Radeltag zu Ende, außer er hält nachts noch die Höchststrafe bereit und man muss raus in die Kälte, weil man es einfach nicht mehr aushält und unbedingt pullern muss.

Was mir auch einfällt, aber nicht in den Beitrag gepasst hat:

Irgendwann am Tag trinken wir mindestens eine Tasse Cay, meistens aber mehr. Das türkische Nationalgetränk gibt es hier überall für oftmals nur 1 türkischen Lira (ca. 35 Cent) zu erstehen und schmeckt wirklich unheimlich lecker. In den Restaurants und Teestuben können wir so auch immer für wenig Geld deren Internet nutzen. Nicht selten gibt es das Heißgetränk auch ganz umsonst oder im Gegenzug zu ein paar Radstorys der verrückten Deutschen, die mit dem Fahrrad um die Welt reisen.

Hätte ich den Artikel im Übrigen vor einem Monat geschrieben, wie eigentlich geplant, hätte dieser etwas anders ausgesehen. Zum Frühstück hätte es z.B. Müsli gegeben und übernachtet hätten wir fast immer im Zelt. Außerdem war das noch die Zeit, in der Ena uns zu Höchstleistungen angetrieben hat und Mücken sowie Hunde furchtbar nervig waren. 🙂

In einem Monat wird unser Alltag bestimmt wieder ganz anders aussehen und dann werden wir erneut davon berichten.

Es verbleibt mit besten Grüßen

Lazy Biker Chris 🙂

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