Chris erzählt euch mal was:

Heut darf ich also mal wieder einen Bericht schreiben. Na mal schauen, wo das hinführt, ist der letzte Eintrag schließlich schon wieder eine Woche her und die Erinnerungen nicht mehr ganz so frisch. 😉

2.10. Srebrno Jezero – Dobra

Wir waren stehengeblieben bei dem kleinen Wohnwagen, in dem wir zu fünft geschlafen haben. Meine Wenigkeit und Katharina hatten die Ehre, im Bett unter Jule zu schlafen. Das ist auch kein Problem, wäre des Bett in der 1. Etage nicht schon halb durchgebrochen. Besonders beim Rein- und Rausklettern wippte und knarzte es bedrohlich. Am Ende ist aber alles gut gegangen und wir konnten unsere Reise fortsetzen. Erst wurde jedoch noch an Marcels Rad geschraubt, um es fit zu machen, bis wir eine Fahrradwerkstadt finden würden. In der Zwischenzeit haben Katharina und ich Frühstücksbrot geholt. Keine leichte Aufgabe in einem Touristenort, in dem außerhalb der Hauptsaison so gut wie kein Mensch wohnt. Geschafft haben wir es aber dennoch und so ging es 12 Uhr gestärkt „On The Road“.

Schon nach wenigen Kilometern musste ich allerdings anhalten. Da standen doch tatsächlich 10 riesige Schirmpilze am Wegesrand. Aus den 10 Exemplaren wurden bei genauerem Hinsehen schnell 40 Stück. Unfassbar! Was tun?! Normalerweise macht man aus den Kappen (welche ca. 30cm messen) Pilzschnitzel. Uns fehlten jedoch die Pfanne, Sojasahne und das Paniermehl dafür. Dennoch haben wir mal lieber 10 Pilze fürs Abendbrot mitgenommen.

Ansonsten sind wir heute ins „Eiserne Tor“, dem landschaftlich angeblich schönsten Teil der Donau eingefahren. Hier ist der Fluss besonders eng und links und rechts ragen die Berge teilweise fast 800m empor. Auch die Straße ist in diesem Bereich in einem guten Zustand.

DSC00309 DSC00391

Gut voran kamen wir allerdings dennoch nicht, da wir wie berichts gestern heftigen Gegenwind hatten. Am Ende sind wir deshalb auf lediglich 43km gekommen, bis wir uns, direkt an der Donau, auf einem kleinen Campingplatz niedergelassen haben. Ein Besitzer war allerdings weit und breit nicht auszumachen und so haben wir einmal mehr für umsonst gecampt. Ein kleines Boot stand zu unserer Belustigung auch noch vor der epischen Kulisse =)

DSCF3041

Statt des Besitzers kam nach einer Weile noch ein Nachbar vorbei, der uns Licht machte und versuchte, mit uns ins Gespräch zu kommen. Aufgrund unserer nicht vorhandenen Serbischkenntnisse wollte es aber nicht recht gelingen. Immer wieder beeindruckend, wie sich die Menschen, denen wir begegnen, sich davon aber nicht beeinflussen lassen und einfach in ihrer Muttersprache weiterreden.

Erwähnenswert ist auch noch, dass es heute Katharina war, die dazu animierte, das Abendessen zuzubereiten, da alle anderen keine Lust dazu hatten- sehr seltene Konstellation. Kredenzt wurde Kartoffelbrei mit Champignons und Schirmpilzen (wir haben die riesigen Schirme sie letztendlich kleingeschnitten). Echt lecker! 😉

3.10. Dobra – Tekija

Die Landschaft war weiterhin herrlich (worüber sich besonders Ena freute) und außerdem gab es ca. 20 unbeleuchtete Tunnel. Selbst kleine Autos klangen in den dunklen Röhren wie 30-Tonner. Ihr könnt euch vorstellen, was dann ein eben solcher für einen Geräuschpegel erzeugen kann.

Zu unserer Mittagspause haben wir leider kaum Brot gefunden- alle Läden waren ausverkauft, das hat uns ziemlich gewundert. Das Mittagessen musste deshalb mit Pommes verfeinert werden. Während unserer Mittagspause ist zudem ein holländisches Frachtschiff an uns vorbeigefahren. In Katharina und mir kam der Ehrgeiz auf, dieses Schiff noch einmal einzuholen. Leider mussten wir das Unterfangen schon nach wenigen Kilometern abbrechen, weil wir einen Umweg von 10 Kilometern mit der Straße fahren mussten. Aber denkste! Marcel hat sich vor alle anderen gepackt und wir sind im Windschatten hinterhergesaust. Immer näher kamen wir den Holländern und trotz der Berge haben wir sie dann an der engsten Stelle der Donau doch noch eingeholt! Es folgte ein kurzes „Schiff Ahoi“, welches auch erwidert wurde, und dann mussten wir sie an einem besonders langen Berg endgültig ziehen lassen. Während der Auffahrt haben wir auf rumänischer Seite ein ca. 50 Meter hohes, in Stein gemeißeltes Gesicht gesehen. Dieses ist einem alten Herrscher aus dem 2. Jahrhundert zuzuordnen.

Übernachtet haben wir auf dem Gipfel des Berges (200m über der Donau). Hier haben uns ein paar Bergbauern ganz herzlich aufgenommen und uns ein Stück Wiese gezeigt, auf dem wir unsere Zelte aufschlagen konnten. Die Aussicht… herrlich!!

DSCF3084

Tageskilometer waren es im Übrigen 72.

4.10. Tekija – Drobeta Tornu Serverin

Am nächsten Morgen wurden wir vom Wiese Mähen geweckt. Das Aufladen des frisch geschnittenen Grases auf den uralten Traktor hat dann die gesamte Familie (drei Generationen) übernommen. Und vom Bauern wurden wir gebeten, doch bitte kurz anzurufen, wenn wir in der Türkei heile angekommen sind. Dafür hat er Jule seine Nummer gegeben und gestikuliert:

–-Anrufen – Ciao! Sagen – Dobre sagen! – Auflegen! —

Uns bot sich an diesem Morgen ein überwältigender Anblick hinab zur Donau sowie auf die rumänische Seite, auf die hohen Berge hinter uns sowie auf die Bergwiesen, auf denen ein bisschen Vieh grast.

Ähnlich überwältigend (aber eher im negativen Sinne) war der Anblick von Tekija, kurze Zeit nach dem wir losgefahren sind. Der Ort wurde vor kurzem durch eine Schlammlawine komplett verwüstet und die Aufräumarbeiten dauerten bei unserer Durchfahrt noch an. Das einzige Restaurant der Stadt wurde zu einem Versorgungszentrum für die zahlreichen Helfer umgebaut.

Gegen Mittag haben wir die serbisch-rumänische Grenze erreicht. Diese verläuft über die Staumauer eines riesigen Wasserkraftwerks, welches das Wasser der Donau auf einer Länge von 150km anstaut. Die rumänischen Grenzbeamten haben uns an den wartenden Autos vorbeigewunken und nach einem kurzen Blick auf die Reisepässe und Ausweise passieren lassen.

Nun waren wir also wieder in der EU. Zurück lassen wir Serbien, das Land, in dem uns die Menschen bisher am herzlichsten aufgenommen haben. Unglaublich die Gastfreundschaft seiner Einwohner. Allen, die noch nicht dort waren, können wir das Land und seine Menschen nur wärmstens empfehlen.

In Rumänien gab es zunächst einmal viel Verkehr und eine fast parallel zur Straße kreuzende Eisenbahnstrecke. Die wurde Katharina zum Verhängnis und so legte sie sich vor meinen Augen hin. Der erste richtige Sturz auf unserer Tour. Glücklicherweise lief er glimpflich ab und außer ein paar blauen Flecken ist nichts passiert.

Unser Tagesziel war mit Drobeta Tornu Severin, die erste Stadt in Rumänien. Hier haben wir uns nach 38,5 Kilometern ein Internetcafé gesucht und Ena hat in den weiten des World Wide Webs ein Hostel für uns ausfindig gemacht. Als wir vor der Tür standen, stellte sich jedoch leider heraus, dass es nur noch ein freies Zimmer für eine Person gab. Uns, die wir aber auch mit wenig schon zufrieden sind, störte das aber nicht und so haben wir zu fünft (3 im Bett und 2 auf dem Boden) im Zimmer geschlafen.

Die Dusche des Zimmers verdient im Übrigen eine Sondererwähnung. Dieses Gerät hatte sowohl eine gewöhnliche Brause, als auch eine Berieselung von oben und von den Seiten. Zusätzlich hatte die Dusche noch Licht und ein Radio!!!!!! Ja -richtig gehört- ein R-A-D-I-O!!!!!

(Und das für 20 Euro- und zwar pro Zimmer, nicht pro Person ^^)

5.10. – 6.10. Drobeta Tornu Severin

Wir haben 2 Tage in dieser Stadt verbracht, weil von hier aus ein Zug direkt nach Budapest fährt und so die Rückfahrt für Ena und Katharina recht einfach ist. Außerdem konnte Marcels Hinterrad hier in einem Fahrradladen repariert werden (Zur Erinnerung: er hatte ja bereits am zweiten Tag eine Acht).

Passiert ist in Drobeta nicht viel spannendes – außer Einkaufen, in Kneipen was essen und trinken und mal wieder ausgiebig im Internet zu surfen. Außerdem konnte auch mal ein wenige Fernsehen angelunzt werden. War durchaus auch mal wieder schön. Falls es euch mal in die Stadt verschlägt, dann solltet ihr unbedingt auf den Wasserturm gehen, weil es dort eine guten Ausblick auf die Stadt gibt. Katharina hat sogar die Stufen gezählt und es müssten so um die 160 gewesen sein. Bemerkenswert war auch eine Straße, in der die Hälfte der Läden Blumengebinde aus Plaste anbot. Die guten Stücke gab es für 7-10 Lei (1,50-2€). Mir selbst hat es besonders der kleine Markt, auf dem die Bauern und Bäuerinnen ihre Waren feil boten (und seien es nur ein paar Blätter Mangold), angetan. Unglaublich schön das Ganze. 😉

In der zweiten und dritten Nacht haben wir uns im Übrigen den Luxus gegönnt und noch ein weiteres Zimmer gechartert.

7.10. Drobeta Tornu Serverin – Maglavit

Heute hieß es Abschied nehmen von unseren beiden Reisebegleiterinnen Katharina und Ena. Es war ein trauriger Moment, als wir sie nach 5 Wochen gemeinsamer Fahrt zum Bahnhof brachten und 10:40 Uhr die Eisenbahn nach Budapest abfuhr. Auf alle Fälle haben wir uns sehr gefreut über die lange und schöne gemeinsame Zeit und ihr dürft euch herzlich gedrückt fühlen, wenn ihr diese Zeilen lest. Ena wird später auch noch einen Beitrag über die Rückreise auf dieser Internetseite veröffentlichen.

Im Regen und Kälte ging es nun also für die 3 Musketiere Marcel, Jule und Christian weiter gen Osten. Das Pedalen machte bei diesen Bedingungen kaum Freude und auch der starke LKW-Verkehr Richtung bulgarische Grenze tat sein Übriges. Dennoch oder gerade wegen des miserablen Wetters kamen wir blendend voran. Schließlich hatte wir auch keiner Bock irgendwo lange Pause zu machen. 96 km waren es am Ende immerhin, als wir bei Sandra und Costa vor der Tür standen. Sie hatten einen kleinen Hof außerhalb von Maglavit und wir keine Bleibe für die Nacht. Doch das Zelt aufschlagen durften wir bei den beiden nicht. Stattdessen wurden wir hereingebeten und zum Abendbrot eingeladen. Zu Essen gab es Brot, Bohnensuppe, Gurken und Paprika. Es war für uns ein sehr tolles Erlebnis, dass die beiden das Wenige, was sie hatten, mit uns teilten. Wir konnten uns lediglich mit ein paar Zigaretten und einem Bier revanchieren. Sandra und Costa wohnen ohne fließend Wasser, mit gestampftem Lehmboden und Hühnern, ein paar Schafen und einer Kuh. Das Plupsklo- das war gleich über den Hof, hinter der Kuh links. Und Hände Waschen dann in der Waschschüssel- für Deutsche doch tatsächlich wie eine andere Welt.

Äußerst bemerkenswert ist auch, wie viel man trotz unterschiedlicher Sprachen mit Gestikulieren und Aufschreiben miteinander kommunizieren kann. Hilfreich dabei ist freilich auch, dass Jule spanisch kann, eine Sprache, die mit Rumänisch verwandt ist.

DSC00468

Die beiden haben uns doch tatsächlich 10 Jahre alte Fotos von einem japanischen Radreise-Pärchen gezeigt, die auch bei den beiden geklingelt haben und gelandet sind!! Die Fotos zeigen die beiden Japaner mit einem Tandem und im Winter – und Costa und Sandra zehn Jahre jünger beim Kühe melken.

Geschlafen haben Marcel und ich dann im Übrigen im Essensraum. Jule durfte wiederum partout nicht mit ihrer Matte auf dem Boden schlafen, sondern „musste“ zu Sandra ins herrlich weiche Bett. Costa hat dafür extra auf der mit Stroh gefüllten Couch Platz genommen.

8.10. Maglavit – Zaval

Noch in der Dunkelheit wurden wir von Sandra und Costa geweckt, die sich verständlicherweise um ihre Tiere (Kuh, Schafe, Hühner, Hunde) kümmern mussten. Zum Abschied machten wir noch ein paar gemeinsame Fotos und gaben das Versprechen, dass wir ihnen diese zuschicken werden. Das Pärchen aus Japan, das 10 Jahre zuvor mit dem Tandem bei ihnen gestrandet war, hatte das gleiche gemacht. Vielen Dank noch einmal an diese beiden herzensguten Menschen.

9:10 Uhr, also so früh wie noch die, waren wir an diesem bewölkten Tag bereits unterwegs. Die 77 Tageskilometer sind deshalb auch etwas enttäuschend, aber sei es drum. Der Weg führte uns heute wieder entlang der Donau, wobei wir selbige nur selten zu Gesicht bekamen.

Rumänien präsentierte sich heute außerdem so, wie wir es uns in schlechten Gedanken vorgestellt hatten. Viele Pferdegespanne waren anstatt von Traktoren und Autos unterwegs und die Armut der Menschen war wirklich zum Greifen nahe. Für deutsche Verhältnisse lag auch eine Unmenge von Müll herum, welcher teils vor den Häusern und sogar auf den Ortsdurchfahrten verbrannt wurde. Auch die Straßen boten oft wenig erfreuliches. Zwar gab es heute schon deutlich weniger tote Frösche und Hunde also noch gestern auf den Straßen, dafür lag immerhin ein totes Pferd im Seitengraben.

Mich persönlich faszinieren die Menschen in diesem Land. Sie sind sicher zurückhaltender als die Serben, aber dennoch in der Regel unheimlich freundlich. Oft grüßen wir uns gegenseitig oder klatschen mit Kindern ab. Heute wurde Marcel zudem zweimal angehalten und ihm dann Äpfel beziehungsweise Quitten gereicht. Ein weiteres Highlight war eine Französischlehrerin, welche uns in die Schule mitnahm, wo wir den Wasserkocher nutzen durften, um uns einen Tee zu kochen.

Geschlafen haben wir letztendlich auf dem ersten Campingplatz, den wir in Rumänien gesehen haben. Hier konnten wir uns eine Holzhütte für umgerechnet 10€ mieten. Später kamen hier auch noch rumänische Bauarbeiter vorbei. Einer von ihnen hat uns noch Wein und ein winziges Stück Porree angeboten. Beides wurde dankend angenommen, wenn auch letzteres uns etwas verwirrte. Bemerkenswert waren auch die 5 zeltplatzeigene Hunde, welche unseren Kochplatz belagerten und ständig nach Essen bettelten. In Der Nacht haben diese nervigen Viecher sich dann unsere (veganen!) Schnittabfälle schmecken lassen.

DSCF3148

Im Übrigen haben wir heute den 2000. Kilometer auf unserer langen Meile nach China geschafft. 😉

DSCF3142

9.10. Zaval – Traian

Heut gab es gleich zum Frühstück Nudelreste und zusammengekochtes Quitten-Apfelkompott vom Vortag. Das Kompott ist dabei eine echte Freude, ein Lob dafür an Jule und Marcel. Auch die Hunde haben uns schon wieder genervt und die ganze Zeit um Essen gebettelt. Bekommen haben sie es letztendlich vom Besitzer des Campingplatzes in Form eines Brotes. Überhaupt werden die Hunde hier anscheinend mit Brot gefüttert.

Dann ging es wieder weiter auf unseren Drahteseln, vorbei an den Pferdegespannen, zahlreichen Viehhirten (in unserem Alter- beeindruckend. Ich hab keine Freunde, die Viehhirte sind. Was 2000 km ausmachen!) am Wegesrand und freudig grüßenden Kindern. Was es nur kein bis zwei Mal am Tag hier zu sehen gibt ist die Donau, an der wir ja eigentlich immer noch entlang pedalen. Schade eigentlich, dabei fahren wir ja schon auf dem Donau-Rad-Weg, welcher in Rumänien aber anders als noch in Serbien gar nicht ausgeschildert ist.

Nach ca. 30 km auf unseren Rädern entdeckt Jule in Grojdibodu ein älteres Pärchen, das ebenfalls per Reiserad unterwegs ist. Also nichts wie hin und ein bissel übers Pedalen quatschen. Wie sich herausstellt, sind die beiden aus Köln und von Bratislava, immer die Donau entlang, nach Corabia unterwegs, wo sie in ein Kreuzfahrtschiff steigen und bis Wien fahren werden. Auch eine interessante Perspektive, die Donau noch mal vom Schiff aus zu sehen. Die beiden haben lustigerweise sowohl die beiden Französinnen, die wir getroffen haben, als auch das italienische Pärchen, welches wir um einen Tag bei Alexa in Novi Sad verpasst haben, gesehen. Außerdem hat uns das Kölner Duo noch durch das Tragen von Sicherheitswesten imponiert, dafür verzichteten sie aber auf den Helm. Liebe Eltern und Großeltern: So was wie ohne Helm fahren werden wir natürlich nicht machen. 😉

Erwähnt werden muss an dieser Stelle auch einmal, dass in Rumänien derzeit Wahlen sind. Wir wissen bloß nicht hundertprozentig, wer alles Antritt und wann Wahl ist. Vielleicht kann das ja jemand mal recherchieren und als Kommentar hier hinterlassen? Wir würden uns freuen! Mit Abstand die meisten Plakate hat jedenfalls Victor Ponta. Von ihm hängt auch in jedem Dorf ein Banner über die Straße. An diesen erfolgen dann die Victor-Ponta-Wertungen: Wer hier als erster mit seinem Fahrrad durchfährt, bekommt abends mehr auf den Teller. 🙂

den Victor-Ponta-Punkt konnte Jule nicht einheimsen...
den Victor-Ponta-Punkt konnte Jule nicht einheimsen…

Außerdem ist heute während der Mittagspause ein Dacia mit Victor Ponta-Anhänger und Beschallung vorbeigefahren. Wir natürlich reflexartig gejubelt, bis uns eine Oma anzeigte, dass unser Victor ein schlechter Politiker sei und sich alles nur in seinen Bauch steckt. Vielleicht kann ja auch noch einer der Mitlesenden recherchieren, ob der Victor einer anständigen Partei angehört? Mersi (rumänisch für Danke)!

Nach der Mittagspause hatten wir heut eine besonders starke Phase und sind 44km ohne Unterbrechung geradelt und auch insgesamt waren es heute 99km, bis wir in Traian eingefahren sind. Und gleich im ersten Haus wurden wir von einer netten Familie aufgenommen! Sie haben noch einen spanisch sprechenden Nachbarn rangeholt und dann wurde gedolmetscht. Von unseren Gastgebern auf Rumänisch zum Nachbarn, auf Spanisch zu Jule weiter, dann auf Deutsch an uns anderen beiden. Und wieder zurück! Außerdem erfreute sich wieder das Gestikulieren großer Freude.

Hier gab es wieder Waschschüsseln und ein Plumpsklo und ein großartiges Schwein!

Wo wir uns noch sehr schwer tun, sind die ganzen Lebensmittel, die wir immer angeboten bekommen (hier ein Sack Paprika, ein Sack Walnüsse, Birnen und Äpfel -klar, sackweise-, Chili und auch Dosenfleisch -da konnten wir uns rausreden- und Kaffee…). Wir wissen dann immer nicht genau, wie wir reagieren sollen. Auf der einen Seite wollen wir nicht unhöflich sein, andererseits wollen wir den Menschen, die vermutlich weniger als wir haben, auch nichts wegessen. Letztendlich werden wir dann meistens so lange beredet, bis wir die meisten Sachen mitnehmen. Die Gastfreundschaft der Rumänen ist wirklich überaus beeindruckend. Kaum vorstellbar, dass uns das in Deutschland auch so passiert wäre. Der Fairness halber möchte ich aber erwähnen, dass die beiden Französinnen in Deutschland genau diese positiven Erfahrungen gemacht haben.

Nach zwei Gläsern hausgemachtem Wein von den eigenen Trauben und netten Gesprächen ging es dann zum ersten mal nach einer Woche wieder ins Zelt zum schlafen. Auch mal wieder schön! 😉

DSCF3164

Und zu bemerken: das mussten wir uns fast erkämpfen, denn nach kurzem Kennenlernen sollten wir auch wieder unbedingt im Haus schlafen. Aber, vielleicht kann man es verstehen, hin und wieder braucht’s die Ruhe und Privatsphäre, ja das Zuhause, des Zelts- und nicht NOCH MEHR neue Eindrücke!

Der Sohn des hier lebenden Pärchens arbeitet in Deutschland, um dem Papa eine Operation leisten zu können.

Anmerkung der Redaktion: Während ich diesen Bericht vollende, (es ist Mitternacht) bellen die gesamte Zeit die Hunde aus der Nachbarschaft. Um 0:06 Uhr hat sogar der Hahn noch angefangen zu krähen. Keine Ahnung, wer um diese Uhrzeit aufstehen muss.

DSCF3166

Chris

2 Kommentare zu „“

  1. Tante google sagt:

    Rumäniens Konservative Allianz nominierte Klaus Johannis, den Bürgermeister von Herrmannstadt, für die Präsidentschaftswahl am 2. November.

    Ponta, der die Regierung seit zwei Jahren führt, hatte sich erst nach langem Zögern zur Kandidatur entschlossen. Die Verteilung der Befugnisse zwischen Parlament und Regierung auf der einen und dem Staatsoberhaupt auf der anderen Seite ist in Rumänien traditionell umstritten. Der derzeitige Amtsinhaber Traian Băsescu musste sich im Streit mit dem Parlament zweimal seines Amtes entheben lassen, konnte aber beide Male in den Cotroceni-Palast zurückkehren, weil das Volk dem Votum des Parlaments nicht folgte.

    Victor-Viorel Ponta ist ein rumänischer Politiker. Er ist Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei und seit dem 7. Mai 2012 Ministerpräsident von Rumänien

    Skandale um Microsoft, Fujitsu-Siemens und Lukoil bringen Premier Victor Ponta im Präsidentschaftswahlkampf in die Bredouille. Er intervenierte bei der Staatsanwaltschaft.

    So, ich hoffe, dass ich helfen konnte –
    Danke für die ausführlichen Berichte und die vielen Fotos.
    Drück Euch

  2. Liebe Gruesse an euch!

    Habe euch am 11.10. in Ruse in einem Cafe getroffen und euch Bilder von der Trajanstafel gezeigt.
    Bleibt schoen gesund und wuensche euch Alles Gute.
    Holger THENERT

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s