Bratislava – Pampa

12.9. Bratislava – Pampa

Den Vormittag vom 12.9. haben wir aber in Bratislava verbracht, Chris und Katharina sind erstmal auf die Suche nach einem Bahnticket für Katharinas Rückreise Anfang Oktober gegangen, Ena und ich haben an einer kostenlosen Stadtführung teilgenommen, die es in vielen verschiedenen Städten weltweit gemmeinnützig gibt. Herrlich, man weiß zu wenig über Bratislava! Die junge Stadtführerin, die das neben dem Medizinstudium ehrenamtlich macht, hat uns einen wahnsinnig guten und unterhaltsamen Überblick über Stadtgeschichte und -kultur gegeben, den wir später dann, als wir nachmittags aus Bratislava wieder aufgebrochen sind, radelnd an die anderen beiden weitergeben konnten.

Hier schieb ich mal ein, wie sich mein Gefühl gegenüber der Reise entwickelt hat. Die letzten paar Wochen oder Monate, bevor es losging, was das ganze Unterfangen immer mehr eine große schwarze Wand, vor der ich viel Angst hatte. Da musste man die Sicherheit einer eigenen Wohnung aufgeben, das Wissen, was man jeden Tag so zu tun hat (nämlich Aufstehen, Kaffee trinken, arbeiten gehen), ich musste mich mit dem Gedanken anfreunden, meine Freunde und meine Familie für eine lange Zeit hinter mir zu lassen, und -nur schwer vorstellbar- meinen Partner für eine so lange Zeit nicht an meiner Seite zu haben. All das, was man sonst immer miteinander teilt, nun mit anderen Menschen zu teilen. Gerade die letzten Tage vor der Abfahrt waren nah am Nervenzusammenbruch und völlig durch den Wind.

Jetzt… jetzt ist es tatsächlich so, wie ich mir dann immer zur Beruhigung gesagt habe. Es ist jeden Tag Aufstehen, Zähne putzen und dann mal so sehen, was ansteht. Wir wachen fast jeden Tag an einem anderen Ort auf, was sicher nicht jedermanns oder jederfraus Sache ist. Aaaber… ist es genau meine Sache! Es macht wirklich Spaß und hat alles Bedrohliche verloren, auch wenn natürlich die Trennung von all den Freunden zu Hause und dem Partner auf keinen Fall leicht fällt. Das ist jetzt für eine ganze Zeit unser Leben, und es ist sicherlich kein schlechtes!

Ein Grund, warum man denn all dieses Schöne, Sichere, Angenehme und Gute aufgibt ist für mich aber auch, dass ich all dieses Schöne, Sichere, Angenehme und Gute immer wieder wirklich krass zu schätzen lerne, wenn ich es eine Zeit lang aufgebe. Wer freut sich schon so enorm über ein Bett oder über eine warme Dusche oder auch nur über ein paar Sonnenstrahlen wie wir das jetzt tun, wenn er zu Hause im Alltag rumgurkt? Und schätzt man wirklich wert, was für unendlich tolle Menschen man da zu Hause um sich herum hat, während man sie ständig haben kann? Abschiede, und gerade die auf Zeit!, sind schon wirklich was tolles, um sein Leben lieben zu lernen =)

Ende Einschub. Wir sind noch beim 12.9., an dem wir viel besseres Wetter hatten, als angekündigt war, und teilweise sogar durch Sonnenschein an der Donau entlanggefahren sind. Die ist in diesem Teil (für ein Wasserkraftwerk mit drei Staustufen) aufgestaut und damit so breit, dass hin und wieder richtiges Meer-Feeling aufkam. Irgendwo am Donauufer haben wir abends in einem Wäldchen unser Zelt aufgeschlagen, uns gegen die Mücken komplett in unsere Regenkleidung geduckt und auf dem Damm mit Blick auf Stauwerk und Donau Dosenbohnen gekocht. Nachdem wir fertig gegessen hatten, hat dann auch direkt ein großes Lastschiff neben uns geankert, nachdem sie mit ihrem riesigen Suchscheinwerfer das Ufer abgeleuchtet und uns ordentlich erschreckt haben. Da haben wir uns dann ins Zelt zurückgezogen, noch ein wenig Mücken gejagt, gelesen und unter heftigen Regenschauern (die Zelte sind dicht!) geschlafen.

LG – jule

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